Meine Irrfahrt von links nach rechts

Der Beginn meiner Reise zurück

Von Dauererschöpfung, wahnsinnigen Kopfschmerzen und Alpträumen geplagt, war ich am 15.829. Tag meines Lebens am Nullpunkt der Kraft, Konzentration und Ausdauer angelangt. An dem Punkt, wo man zwei Stunden braucht, um einen Tee zu kochen, wo
man auf allen Vieren die Treppe hoch krabbelt, weil es auf zwei Beinen zu anstrengend ist.
Was war geschehen?
15.828 Tage hatte ich offensichtlich auf einer Irrfahrt verbracht. Treue Weggefährten dabei waren zunehmende Unsicherheit, Ängste, Selbstzweifel, Müdigkeit, Erschöpfung und Kraftlosigkeit, viele verschiedene Schmerzen, eine hohe Infektanfälligkeit, Überempfindlichkeiten, Wundheilungsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle….

Der Sinn meines Lebens schien nur noch darin zu bestehen, gegen Schlaf, Schmerz, Überlastung und seelische Verletzungen anzukämpfen. Nachdem ich am Nullpunkt angekommen war, begann die Suche. Keiner konnte mir sagen, warum ich so unsanft gelandet war. Ich wurde belächelt und fehlbehandelt. Nach 775 Tagen verzweifelter Suche gab ich zufällig das Wort „Linkshänder“ in die Internet-Suchmaschinen ein. Las von Umschulung, Umschulungsfolgen und Rückschulung.

Kurz darauf stand fest: Ich schule mich zurück!. Endlich gesund werden, endlich leben!
Mir fehlte jedoch die Kraft, um nach Erfahrungen anderer oder nach Unterstützung zu suchen. So ging ich bei der Rückschulung allein und viel zu hastig vor. Ich war auf dem Weg in die nächste Katastrophe. Zum Glück fand gerade ein Vortrag bei Frau Neumann statt. Irgendwie schaffte ich es dorthin. Frau Neumann brachte System in meine Rückschulung hinein. Von da an ging es Schritt für Schritt voran. Mit Geduld, Vertrauen und Beharrlichkeit – Eigenschaften, die mir auf meiner langen Irrfahrt verloren gegangen waren, und die ich nun allmählich wiederfand. 399 Tage bin ich jetzt, im Dezember 2008, auf der Heimreise. Das ist nicht lange, wenn man daran denkt, wie viele Tage ich in Richtung fremder Welten unterwegs war. Doch erscheint mir die bisher auf dem Heimweg zurückgelegte Strecke riesig. Mit den Fortschritten in dieser Zeit könnte ich ein ganzes Buch füllen.Ich bin zum Beispiel nicht mehr ganz so verletzlich. Verstehe meine Mitmenschen besser als zuvor. Auch fahre ich jetzt viel sicherer Auto. Diese kleinen täglichen Fortschritte genieße ich. Ich werde wohl nicht wie Phönix in kürzester Zeit aus der Asche aufsteigen. Es wird eher ein sanfter, stetiger Weg in meinem Tempo, ein allmähliches Heilen, Verstehen, Verarbeiten.
Ich weiß: Die graue, finstere Zeit der Irrfahrt und der verzweifelten Suche ist vorbei. Ein lebendiger, farbenfroher Abschnitt meines Lebens liegt vor mir. Tiefe Dankbarkeit erfüllt mich, wenn ich an die wertvolle Unterstützung auf diesem Weg denke, an die Vorträge und Treffen bei Frau Neumann, den Austausch mit anderen.
D.H.

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